Ein Problem und ein vermeintlicher Lösungsansatz

Im Internet kursiert unter der Abkürzung ZAFI der Vorschlag für eine Volksinitiative, welch verspricht, Probleme wie die überproportionalen Schwierigkeiten bei der Arbeitssuche von Menschen über 50 damit zu lösen, dass Inländern auf dem Arbeitsmarkt bevorzugt eine Stelle gegeben wird. 

Tatsächlich gibt es verschiedene Bevölkerungsschichten, welche auf dem Arbeitsmarkt systematisch diskriminiert werden. Dazu gehören neben den Menschen über 50 beispielsweise auch Behinderte, Frauen oder Menschen, die aus gesundheitlichen Gründen nicht 100% arbeiten können. Vorzugeben, dieses Problem dadurch zu lösen, in dem man Inländer und Ausländer gegeneinander ausspielt, darf aber auch nicht die Lösung sein. Zudem wage ich es zu bezweifeln, dass es ausgerechnet das Einstellen von billigeren Arbeitskräften aus dem Ausland ist, welches diesen Gruppen von Menschen den (Wieder-)Einstieg in den Arbeitsmarkt erschwert, wie es die Initianten behaupten. Mir sind keine Studien oder Statistiken bekannt, die ebendies behauptet. Hier werden zwei negative Phänomene des Arbeitsmarktes willkürlich miteinander verknüpft. In der Realität ist die Sache weitaus komplexer. 

Es ist durchaus wünschenswert, dass sich die Politik mit diesen Formen der Diskrimination auf dem Arbeitsmarkt auseinandersetzt. Doch diese lässt sich kaum dadurch aufheben, in dem man eine benachteiligte Gruppe gegenüber einer anderen bevorzugt. Denn man darf nicht vergessen, dass ebendiese billigen ausländischen Arbeitskräfte oft ebenso ausgenützt und diskriminiert werden. Sie machen Arbeiten, die die meisten Schweizerinnen und Schweizer nicht machen würden und werden dafür unterbezahlt. Sie sind ebenso Opfer in diesem System wie Schweizer, die Absage um Absage erhalten, nur weil sie nicht in ein Idealbild passen. Und dennoch sind diese Absagen nicht zwingend die Folge der Einstellung von Ausländern. Oft sind es jüngere Einheimische, denen der Vorzug gegeben wird. 

Um das Problem bei der Wurzel zu packen, sind andere Lösungsansätze notwendig. Zum einen braucht es Regelungen, die es schwieriger machen, aus Lohndumping Profit zu schlagen. Vor allem aber ist es notwendig, Anreize zu schaffen, damit nicht ganze Bevölkerungsschichten systematisch vom Arbeitsmarkt ausgeschlossen werden. Die Zeit ist reif für einen Paradigmenwechsel bei der Jobvergabe. Es sollte endlich nach Kriterien wie Kenntnissen und Fertigkeiten, Erfahrungen und Potential entschieden werden. Kriterien wie Geschlecht, Alter, Nationalität sollten dabei keine Rolle spielen. Menschen, die spezifische Bedürfnisse brauchen, um ihr Potential entfalten zu können, sollten diesen Raum erhalten, statt an den Rand der Gesellschaft gedrängt zu werden. Es ist an der Zeit, dass Menschen, die Arbeit suchen oder einen Job haben, nicht mehr zu Konkurrenten und Rivalen gemacht werden, die sich wie Raubtiere in der Wildnis um ihr Futter streiten. Diese Form von Sozialdarwinismus am Arbeitsplatz hat ausgedient und sollte durch eine Form von Solidargemeinschaft ersetzt werden, in dem ein jeder und eine jede nach seinen Mitteln und Fähigkeiten die Chance bekommt, diesen Planeten zu einem besseren zu machen und ein erfülltes und würdiges Leben zu leben.

Je réussis à peine à échapper au flot quotidien de nouvelles souvent mauvaises

Aurélie Sterntau

En cours de route

Il m’est d’autant plus important de ne pas me laisser influencer de cela.
Il peut être utile de se concentrer uniquement sur des belles choses.

Ich schaffe es kaum, der täglichen Flut an oft schlechten Nachrichten zu entkommen.
Umso wichtiger ist es mir, mich davon nicht beeinflussen zu lassen.
Es kann helfen, sich nur auf schöne Dinge zu fokussieren.

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A call to action

Let’s not forget Raif Badawi…

otium satis

Those who keep track of the fate of the Saudi blogger Raif Badawi, most especially his brave family, will know that this year is marked by a special kind of sad anniversary: on 17 June Raif Badawi will have completed his fifth year in prison.

Five years at the hand of a spiteful regime that does not seem to know the difference between concerns about overdue reforms and blasphemy. Five years of isolation from his beloved family, from all that might sustain his spirit during his imprisonment. And on top of all this Raif Badawi has suffered a cruel public flogging – 50 out of the inhuman total of 1000 lashes. As far as we know he has not been subjected to another flogging. But the threat, that his horrible punishment might be resumed, keeps hovering like Damocles’ sword that might fall again anytime.

All this has happened, because Raif…

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Václav Havel o náději

​Nejdřív bych měl asi říct, že naději, o níž dost často přemýšlím (zvlášť v situacích obzvlášť beznadějných, jako například ve vězení), chápu především, původně a hlavně jako stav ducha, nikoli stav světa. Naději v sobě prostě máme, nebo nemáme, je rozměrem naší duše a není ve své podstatě závislá na nějakých pozorováních světa či odhadech situace. Naděje není prognostika. Je to orientace ducha, orientace srdce, přesahující svět bezprostředně žitého a zakotvení kdesi dál, za jeho hranicemi.

Mírou naděje v tomto hlubokém a silném smyslu není míra našeho rozveselení z dobrého běhu věcí a naší vůle se investovat do podniků viditelně mířících k blízkému úspěchu, ale spíš míra naší schopnosti usilovat o něco proto, že to je dobré, a nikoli pouze proto, že to má zajištěn úspěch. Čím nepříznivější je situace, v níž svou naději osvědčujeme, tím hlubší tatonaděje je.Naděje prostě není optimismus. Není to přesvědčení, že něco dobře dopadne, ale jistota, že má něco smysl – bez ohledu na to, jak to dopadne.

…Myslím si zkrátka, že tu nejhlubší a nejdůležitější naději, tu jedinou, která nás dokáže navzdory všemu udržet nad hladinou, přimět k dobrým činům a která je jediným pravým zdrojem závratnosti lidského ducha a jeho snažení, bereme tak říkajíc „odjinud“. A tato naděje to také především je, co nám dává sílu žít a pořád znovu něco zkoušet… 

Václav Havel about hope

​Hope is a state of mind, not a state of the world. Either we have hope within us or we don’t.Hope is not a prognostication—it’s an orientation of the spirit. You can’t delegate that to anyone else.

Hope in this deep and powerful sense is not the same as joy when things are going well, or the willingness to invest in enterprises that are obviously headed for early success, but rather an ability to work for something to succeed.

Hope is definitely NOT the same as optimism. It’s not the conviction that something will turn out well, but the certainty that something makes sense, regardless of how it turns out.

It is hope, above all, that gives us strength to live and to continually try new things, even in conditions that seem as hopeless as ours do, here and now.In the face of this absurdity, life is too precious a thing to permit its devaluation by living pointlessly, emptily, without meaning, without love, and, finally, without hope.